Freitag, 4. April 2014

Sticken mit der W6 N6000 FREEBIE STICKDATEI .dst

So, 
mal Hand auf's Herz. Wenn man 600€ geblecht hat, damit die Nähmaschine auch sticken kann, was macht man dann? In aller Ruhe auspacken und erst mal alles andere in Ruhe testen, wenn man ein Stickmuster braucht hat man ja jetzt welche. So oder so ähnlich in einem Paralleluniversum ;) Ich musste natürliche dringend ausprobierten!

Zuerst habe ich dafür eine Spule mit Bobbinfill voll gemacht, das ist dünner und wird als Untergarn zum Stickem empfohlen.




Die Stickeinheit hat ihr eigenes Display und nachdem ich ein Youtube Video gesehen hatte und mal einen kurzen Blick in die Anleitung geworfen habe war das auch alles ganz einfach einzurichten.


Mithilfe dieser Plastikschablone soll das positionieren des Musters ganz einfach werden. Also so rein theoretisch. Ich habe den Bogen noch nicht ganz raus, ich kann damit zwar die Position checken aber punktgenaues einspannen, ohne den Stoff zu verziehen ... uiuiui... das braucht Übung glaube ich.




Zunächst wollte ich erstmal wissen, wie einfach man das Leben haben kann. Also einfach mal einen Rest Fleece in den Rahmen gespannt und ohne Vlies ab die Post.



Dieses Motiv ist ab Werk dabei und einfarbig schick zum Verzieren von Gewandung.


Und dann nochmal ein Härtetest: eine Lage Bomull von Ikea ohne Vlies. Einfach in den Rahmen und gib ihm. Motiv ebenfalls ab Werk.



Wirklich klasse geworden und toll programmiert mit einer schönen 3D-Wirkung. Schwarz ist hierbei ein Stickgarn, rot ein normales Garn (beides ist im sog. Satinstich gestochen, daher merkt man das nicht soooo sehr).



Das rief zu einem Höhenflug auf. Also habe ich mich an ein Programm gesetzt (Embird ums genau zu sagen) und den normenden Droidi, den mein Herzblatt so liebt, seit ich ihm damit mal einen Pulli bedruckt hatte von Hand digitalisiert. Da das mit dem Sticken ohne alles so super war ginge so natürlich weiter. Rechts seht ihr dann, was passiert, wenn der Stoff verzogen ist, der Unerfaden irgendwo verknuselt und man noch nicht so recht der Knaller ist im Erstellen von Stickdateien, weil man ja gar nicht weiß, worauf es ankommt (außer dass es nicht mehr als 10.000  Stiche für die W6 sein dürfen).

Also ein bisschen geprokelt und rumgetestet und schon war eine bessere Droid-Datei erstellt und dann auch gestickt. Mit Ausreißvlies. Aber ich habe den Stoff wieder verzogen. Es wurde ein Droid auf windschiefer Handyhülle für das Note II (dabei sind wir beide Apple-Jünger und führen nur iMacs auf unseren Schreibtischen und ich auch sonst nur^^)

Rechts sieht man gut, dass der Droidi nicht mit Satinstich und nicht mit Stickgarn gemacht wurde, er ist leicht matt.



Was zum nächsten Punkt führt: Stickprogramme (ich dachte ja, dass das so heißt...) und Mac. Oder auch hklhfljhopjelrjioeuo8ch chuthuluuuuuuu.... Ist nämlich nicht drin. Total so zum vergessen und so. Gnarf. Ich hasse Windows. Ich war aber gezwungen mir eine Patrtition mit Windoof übers Boot Camp anzulegen um eine Software zu verwenden und selbst Stickdateien herstellen.

Auf dem Freeware-Markt sieht es da düster aus. W6 bietet eine Software für 450€ an (was auch nicht soooo teuer ist im Vergleich!). Für mich ging die Suche los. Es stelle sich heraus, dass ich da viel zu lernen habe.

Ersten mal, sind es keine Sticksoftwares. Es gibt sog. Digitalizer und Programme, mit denen man lediglich Dateien ändern kann und Programmen, mit denen man nur von Hand generieren kann. Und Mischungen. Ich bin noch auf der Suche nach dem heiligen Gral. Ich dachte mir das halt so: ich habe ein mehrfarbiges JPG. Und dann klicke ich auf "Stickdatei erstellen" und bekomme eben ein Bild, wie mit mehreren Lagern in Photoshop und jede Form enthält ihre Farbe etc. Wenns das in der Qualität gibt, dann wohl nur in der Industrie und nicht für meinen Geldbeutel. Bei mir gehts alles händisch. Aber dazu werde ich gern mal ein Video machen, wie ich mit verschiedenen Methoden bei Embird Stickdateien generiere. Auch die Füllmethoden musste ich erst kennenlernen. Da gibts viele Unterschiede und Effekte und wie man ebendiese nutzen kann. Aber ich kann sagen, nach einigen Tagen des Basteln, gelegentlichen googelns und viel rumprobieren werden die Ergebnisse gut. Nur langwieriger und umständlicher als ursprünglich gedacht ist es schon.

Man will ja nicht nur Pröbchen herstellen. Also habe ich eine Notizbuchhülle für ein abgrundtiefhässliches Buch von mir mit Kindermotiv gemacht und mithilfe des Rahmen markiert, wo ich den Stoff wie einspannen muss (auf der fertigen Hülle). Datei hatte ich vorher entworfen bzw. gezeichnet und dann digitalisiert und zur Stickdatei umgewandelt... blaaaaaaaa... interessiert doch niemanden...

 Die Maschine kommt mit einem Rahmen von 10x10cm. Ich finde das ist ok, nicht riesieg, aber größer braucht sie nicht, da sie eh nur 10.000 Stiche pro Datei packt. Wenn man mehr hat, müsste man die Datei splitten und Layern, also verschiedene Dateien nacheinander sticken. Werde ich mal ausprobieren und dann auch ein Video dazu machen. Um Stickvlies zu sparen, wenns nur ein Monogramm oder kleines Bildchen sein soll, kann man einen kleinen Rahmen, 4x5cm dazu kaufen zu knappen 15€, was ich zumindest vorhabe.



Hier seht ihr meine Datei, bzw. den Ausdruck, den ich gemacht habe, um die Positionierung zu checken. 

Unten seht ihr dann mein Stickergebnis. Ich war ja stolz wie Bolle. Oder Oskar. Ich bin da nicht wählerisch.



Da ich ja eher so der monochrome Typ bin, hat es sich hier gelohnt, dass ich einen 10er Pack gemischte Garne mutbestellt hatte. Mit denen kam ich gut klar, kein einziger Faden gerissen, fusseln nicht übermäßig und verhalten sich auch gestickt gut, sind halt leicht matt und keine Stickgarne.





Die Maschine kommt mit über 100 vorgespeicherten Dateien, die über Nummern aufgerufen werden können. Was ja grundsätzlich total super ist. Wenn ich werdende Mutter wäre. Oder Mutter. Oder ein Faible hätte, niedliche Sachen auf Strampler, Hosen und Co zu sticken. Ich möchte niemandem zu nahe treten, aber bei der Ausbeute ab Werk bleibt die normale Frau, die es vllt etwas hübsch oder dekorativ mag weitgehend auf der Strecke. Da mussten für mich schon eigene Dateien her (es gibt ja auch welche zu kaufen).



Erst auf der letzten Seite wurde es für mich interessant. Die Motive 1 und 2 in der zweiten Reihe sind brauchbar, die anderen möglicherweise in anderen Farben. Aber ich denke, im privaten Sektor, sind es hauptsächlich Muttis, die für Kiddies nähen, die sich so einen "Schnickschnack" wie eine Stickmaschine leisten. Ich möchte damit eher Korsetts und Mittelalterkleidung gestalten und verschönern. Aber ein bisschen mehr für den allgemeinen Anwender dürfte schon, oder Bilde ich mir das ein?



Und zum Abschluss nun etwas für euch :)

Ich habe mich schön lange mit den Programmen gequält und ihr bekommt hier nun zum Download eine Freeby-Stickdatei im .dst Format zum selber sticken!





W6 N 6000 Kombinierte Näh- und Stickmaschine im ersten Test

So meine Lieben, 



weiter gehts im Test mit der W6 N6000. 

Hier nochmal zu Erinnerung ein Bild von dem guten Stück.




Zunächst habe ich mir nochmal die Verarbeitung angeschaut. Was mir halt echt auffällt, ist dass der Spalt für den Anschiebetisch recht groß ist. Da kommt mein Auge einfach nicht dran vorbei. Ich geb's ja zu, ich bin schon irgendwie pingelig. Aber darum geht's ja jetzt nicht. Es geht darum, was das Maschinchen so drauf hat. 



Wie bei anderen Maschinen sind die Stiche in Nutz- und Zierstiche untergliedert. Das steht zwar nicht an jeder Maschine dran, muss es aber auch im Grunde nicht.

Man erreicht alle Stiche über einen Touchscreen, der sie in diese zwei Gruppen unterteilt, von denen jede ihre eigene Nummerierung hat. Auf dem Touchscreen kann man slicen wie auf dem Handy oder aber einfach die Pfeiltasten nutzen. Das ist am Anfang umständlich, wenn man klassische Maschinen mit Stichrad oder normaler Stichwahl über Knöpfchen gewöhnt ist, aber man gewöhnt sich recht flott dran.

Werfen wir einen Blick auf die Nutzstiche, sehen wir, dass wir jede Menge davon haben, auch mehr, als bei anderen Modellen für gewöhnlich. Wir haben Geradstiche und ihre Positionen, verschiedene Zickzack-, Elastik- und Versäuberungstiche. Da ist für jeden Geschmack und jedes Herz etwas dabei, nichts fehlt. Es gibt eine Ösenstickfunktion (toll für all jene, die mal eben nur eine Öse brauchen oder gern historisch korrekte Kleidung fertigen, da gibt es nichts praktischeres!). Ein paar Spezielstiche, wie z.B. der Wabenstich 40 und Wellenstiche 43-46, für alle, die gerne hübsch verzieren (sind auch elastisch obendrein, eignen sich also als Ziernaht auf Jersey. Und dann ein Haufen Knopflöcher. 





Es sind etwas mehr Knopflöcher, als die meisten preiswerten Haushaltsmaschinen bieten. Schmale und breite, diverse Augenknopflöcher mit und ohne Riegel und mit zwei Augen und mein persönliches Schmankerl: Eine Automatik für Paspelknopflöcher -> 58! Die werde ich auf jeden Fall noch für euch testen und berichten. Auch denke ich mir, dass man es vllt zum vorsteppen von handgestochenen Knopflöchern benutzen kann. Ich werde berichten.



Zierstiche. Braucht niemand wirklich. Aber das Herz blutet, wenn es keine gibt. Oder, Herr bewahre, keine schönen! Aber da muss man hier nicht jammern. Auch hier geht das Sortiment einen Tick über das allgemein übliche hinaus und e gibt ein paar, die ich noch nicht an jeder "dahergelaufenen" Maschine gesehen habe. Däumchen hoch an dieser Stelle! Die von W6 wussten zwar beim Gehäuse nicht, was das Herz einer Frau begehrt, aber hier haben sie nicht gegeizt. 


Buchstaben! Ja. Buchstaben. *lechz* Braucht eigentlich auch niemand. Will man aber immer haben *schmunzel*

Es gibt eine Schreib- und eine Druckschrift, die keine Wünschen offen lässt und in sauberer Qualität aus der Maschine kommt. Hier kann man Namen und so weiter programmieren. Ist sicher toll, wenn man Namen in Kleidung sticken will oder keine eigenen Labels herstellen lassen will, so kann man sich immer in seiner Arbeit verewigen. Ich mach das allgemein ja sehr gern :)


Ich habe nicht alle Stiche durchgetestet, weil ich eben weiß, wie ein Zickzack aussieht. Hier findet ihr aber einen tollen Bericht und alle Stiche mal gestickt. 1 2 3 4 5 6 Beim gestickten Text musste ich schmunzeln^^ Und hab mal gesucht, ob die Seite nicht glatt W6 gehört. Konnte dahingehend aber nichts finden ;)

Die Ergebnisse waren solide und es gab nichts zu meckern. Wenn man einen Stich ausgewählt hat, kann man evtl. seine Breite und Länge dann verstellen und die Fadenspannung zusätzlich zur Automatik beeinflussen (das muss man aber bei jedem ausgewählten Stich machen und es wird nicht gespeichert, was beim Ausprobieren bitter weil, weil die automatische Spannung nicht passte und ich nicht jedes mal korrigieren wollte. Aber normal näht man ja kein Mustertuch, da ist das schon ok. Und man kann sich eine Notiz machen, welche Einstellung man bei welchen Garn mit welchem Stoff gebraucht hat, was sehr gut reproduzierbar ist. Gefällt. Auch wenn es zunächst wieder umständlich erscheint. Hier wäre mir ein Spannungsrad fast lieber gewesen. Oder eine allgemeine Einstellung, die beibehalten wird.




Nun habe ich noch ein paar Videos für euch gemacht.


Das Aufspulen





Der automatische Einfädler





Und das Einlegen der Unterfadenspule






Und nun dürft ihr gespannt sein auf meinen nächsten Bericht, der das Sticken mit der W6 N6000 betreffen wird!

Donnerstag, 3. April 2014

W6 N6000 Kombinierte Näh- und Stickmaschine Unboxing

Hallo meine Lieben,

geben wir es doch offen zu: wer von uns hätte nicht gerne eine Stickmaschine zu Hause? Zu jeden Anlass, oder auch zu jedem Firlefanz immer schön direkt das passende sticken, das wär's doch, oder? Aber dann kommt das große AAaaaaaaaaaber. Die Dinger sind schlichtweg zu teuer! Vor etwa einem Jahr habe ich mir eine Overlock von W6 zugelegt. Warum? Preislich war die damit mit 239€ (wie ich glaube...) eigentlich recht teuer, aber bei 10 Jahren Garantie und einigen anderen Kleinigkeiten (wie z.B. ordentlichen Fadenleitösen oben) habe ich zugeschlagen. Durch Zufall landete ich vor einigen Wochen wieder auf deren Seite (ok... ich wollte das Handbuch ausdrucken, weil die Ovi nach jeder Menge Fleece ein bisschen rumgemuckelt hat, eine gründliche Reinigung des Transporteurs konnte Abhilfe schaffen. 

Eine kombinierte Näh- und Stickmaschine in der Preisklasse von 599,-€ hatte ich jedoch noch nirgendwo entdeckt. 

Zum Vergleich: 
Und dann geht es rauf von 3000 - 8000€. Kombinierte Maschinen konnte ich eigentlich kaum finden. Also dachte ich mir, das muss einen Versuch wert sein, nachdem die Maschine im Internet gut weg kam. Aber so gut, dass mir die Videos alle sehr so vorkamen, als kämen Sie vom Hersteller selbst ^^ Und da ich da sehr kritisch bin, habe ich mir das Zeug bestellt und genau unter die Lupe genommen. Und wenn ihr euch durch meine Schreiberei gekämpft habt, könnt ihr hoffentlich sagen, ob diese Maschine nicht auch etwas für euch wäre! 



1. Die Bestellung



Der Shop auf der Seite von W6 ist relativ übersichtlich, zumindest im Bereich Nähmaschinen. Es gibt nicht gerade unendlich viele Modelle, da hat man schnell gefunden was man sucht. 

Die kombinierte Näh- und Stickmaschine findet sich ganz unten und ist das zurzeit teuerste Produkt, was sich im Angebot befindet. Kurz vorher reiht sich preislich die Sticksoftware ein, die W6 anbietet, es ist also keine enthalten!

Auf das Thema Sticksoftware werde ich jedoch später nochmal ausführlich eingehen.


Wie das so ist, wird einem bei jedem Kauf natürlich ans Herz gelegt, viele andere Dinge direkt mitzubestellen, was mir normalerweise schnurz Wurst ist, aber hier war ich mal großzügig:





  • 5 Blue Tip Nadeln 75er Stärke zu 3,50€
    • Sind besonders zum Sticken sehr gut geeignet da sie ein größeres Öhr haben. Wer schonmal genervt mit billigen Nadeln gearbeitet hat, der weiß es auch irgendwann zu schätzen, wenn man mit 1(!) teuren Nadel monatelang nähen kann, ohne dass Probleme auftreten (leider hat Tedi nämlich den Nadelhersteller gewechselt, früher waren die prima, heute steht auf den Flachkolbennadeln sogar Rundkolben drauf -.-). Abgesehen davon, wer bei seinem Local Dealer schonmal Nadeln von Prym oder im Rewe oder Kaufland die Produkte von Wenko in den Wagen hat wandern lassen, wird feststellen, dass das keine üblen Preise für Nadeln sind
  • 10er Set Nähgarnrollen bunt zu 12,95€
    • es geht nichts darüber, ein paar Farben dazuhaben, wenn man sticken will, oder? Habe ich aber grundsätzlich nicht, immer nur schwarz und weiß ^^ Das macht etwa 1,30€ pro Garnrolle und das Garn ist ordentliches, denn auch wie mit den Nadeln, wenn man mit bescheidenem Garn arbeitet, merkt man das, der Faden reißt ständig, die Nähte reißen später und die Nähmaschine verfusselt einem schon beim Zuschauen.
  • jeweils eine Spule Stickgarn in weiß und schwarz zu 1000m 2,99€/Stk.
    • da ich viel monochrom arbeite, dachte ich mir, ich ziehe diese beiden Farben mal zum Vergleichen heran
  • Unterfadenspulengarn zum Sticken in schwarz 1000m 2,99€
    • dieses Garn ist dünner und soll damit besser zum Sticken sein (ich werde aber auch mal einen normalen Unterfaden testen)
  • durchsichtiges mittelschweres Wasserlösliches Stickvlies 1,50€/m und selbstklebendes weißes Stickvlies 3,00€/m
    • ich habe auch die Preise verglichen, und es lohnt sich tatsächlich, die Sachen dort zu bestellen. Und sollte man etwas nicht funktionieren, dann kann man sich natürlich auch an den Support wenden und wenn man deren Zubehör benutzt, haben die schonmal einen Grund weniger, den Fehler beim Kunden zu suchen ;)

Ich habe samstags Abends bestellt und mit Paypal bezahlt und bevor die W6-Seite den Bestellstatus verändert hatte, bekam ich schon Emails von DPD, dass drei Pakete zu mir unterwegs seien. Allerdings stand in den Mails nicht, von dem genau die kamen, aber Google half, das ganze auf W6 zurückzuführen. Also konnte ich dienstags den Livetracker von DPD anstarren (man kann echt zuschauen, wie der Paketbote durch die Gegend fährt, total unnötig, aber schon irgendwie spaßig^^). Und so standen die drei Pakete dienstags bei mir. Das ging flott, wie ich finde, sind schließlich 3-4 Werktage auf der Seite angegeben. Der Paketbote war aber nicht so happy wie ich als er mit den drei Teilen zu mir in den ersten Stock kam, aber das sind die ja nie.

Ich hätte allerdings erwartet, dass sich noch richtige OVPS unter diesen Pappschachteln verbergen, zumal auf der Herstellerseite bei Rückgaben groß getönt wird, dass die OVP unbeschädigt sein muss und nicht beklebt werden darf, wenn man was zurückgibt. In der Hinsicht hätte ich mich mit denen also anlegen müssen, wenn die Ware mir nicht gefallen hätte. Zu aller Glück habe ich das nicht vor und möchte die Maschine  behalten.






2. Unboxing 

Dann wurde es knifflig. In den Kartons waren jeweils zweiteilig diese Styroporteile, die die Maschine komplett umschlossen haben. Ich musste die Kiste auf beiden Seiten öffnen um das irgendwie rausschieben zu können, das ist nicht ganz perfekt gelöst finde ich. 

Und dann hatte ich die Maschine endlich aus der Verpackung gezaubert. Und mit ihr tausende gefühlte Tüten. Die Katze musste den Raum verlassen, weil ich auf so viele Tüten gar kein Auge haben konnte. 

Ordentlicher Gesamteindruck, jedoch nicht irre hochwertig mit teilweise großen Spaltmaßen

Ausgepackt stand sie dann vor mir. Der erste Gesamteindruck war - sagen wir mal ok. Ein Augenschnmankerl ist die Maschine auf den Bildern (mit dem Schlabberlatz....) schon nicht gewesen. Wäre also verrückt, zu erwarten, dass das hier irgendwie anders wäre.

Im Vergleich: Brother spricht die Frauen mit Schnörkeln und pink an
Andere Hersteller versuchen da optisch ein bisschen mehr rauszuholen, aber naja, auf pink und Schnörkel verzichte ich gerne, wenn die inneren Werte überzeugen. Nur das W6 Logo finde ich persönlich einfach hässlich. Es erinnert mich irgendwie an billige Produkte von vor 10 oder 15 Jahren (da hatte ich bestimmt mal irgendwas mit dem Logo, dass die Assoziation zustande kommt).
Allerdings legt die Garantie von 10 Jahren ja nahe, dass wir es keineswegs mit einem billig-Produkt zu tun haben. Wer so viel Garantie gibt, muss ja von seinem Produkt sehr überzeugt sein. Oder willens, es ständig zu reparieren oder auszutauschen. Mir ist im Zweifelsfall beides recht. Die Garantie war für mich ein Riesen Kriterium, schließlich ist es so sicher, wenn ich keinen Mist baue, dass ich die nächsten 10 Jahre immer eine funktionierende Stickmaschine auf dem Tisch stehen habe! Und ich kann mich nicht entsinnen, eine Maschine gehabt zu haben, die nicht bereits 10 Jahre oder älter war, (also möglichst noch in Deutschland produziert wurde) die nach 10 Jahren noch lief. Gewöhnlich schwächelten die nach 2 bis 3 Jahren schon.

Über das Logo muss ich wohl einen Sticker kleben, dann sieht sie ganz hübsch aus, hat nette Formen. Die Spaltmaße sind teilweise echt groß, was ich nicht so schön finde, aber bei dem Funtkionsumfang muss ja irgendwo der günstige Preis wieder zu finden sein. Also kann ich damit leben. Ich bin nur gespannt, inwiefern die Maschine sich eventuell verfärbt (wie so oft sind verschiedene Plastiksorten verbaut im Gehäuse und da wird's dann immer spannend). Man sollte wohl die Haube möglichst viel drauf lassen, um dem vorzubeugen und einen eventuellen Wiederverkaufswert bzw. die Optik möglichst hochzuhalten. 


Zubehörfach
Beim Zubehörfach / Anschiebetisch sind mir die Spaltmaße besonders aufgefallen. Außerdem hakelt es ein Öffnen etwas. 
Innen gibt es keine Unterteilungen, sodass man alles wild reinschmeißen muss. Auch das ist wohl wieder dem Preis geschuldet. Aber ich muss gestehen, dass ich ordentliche Möglichkeiten zum verstauen des Zubehörs absolut bevorzuge. Chaos herrscht schon genug, und wenn es vorgeformte Fächer für einzelnes Zubehör gibt, dann merke ich auch direkt, ob ich irgendwas gerade verschlampe. Es dürfte auch schwer sein, weiteres Zubehör unterzubringen, das Kistchen ist nämlich randvoll. 



3. Das Zubehör 



Das mitgelieferte Zubehör verdient wirklich den Titel "umfangreich". Es ist teilweise deutlich mehr enthalten, als bei vielen anderen Maschinen, vieles ist von vornherein vorhanden, was woanders zugekauft werden müsste.

Dabei sind: 
Obertransportfuß
  • Nadeln (Zwillingsnadel und 1x Bluetip dabei) 
  • 4 Kunststoffspulen (bisschen wenig?!)
  • Nahttrenner
  • Reinigungspinsel
  • Zweiter Garnrollenhalter
  • Filzscheibe
  • Langer Schraubenzieher
  • Fadenabziehscheibe
  • Kleine Fadenabziehscheibe
  • runder Spezialschraubendreher
  • Overlockfuß
  • Blindstichfuß
  • Quiltlineal
  • Automatische Knopflochschiene
  • Standard-Zickzackfuß
  • Knopfannähfuß
  • Geradestich/Quiltfuß
  • Rollsaumfuß
  • Obertransportfuß
  • Kordelaufnähfuß
  • Stick- und Stopffuß

Das ist schon ganz ordentlich. Es gibt kaum noch etwas, was fehlt. Was man noch nachkaufen kann und evtl. sollte:

  • der kleine Stickrahmen (spart Stickvlies bei kleinen Stickereien) 14,99€
  • Antihaftfuß 11,95€ (besitze ich bereits durch ein Set auf Ebay, in dem praktisch alle Sonderfüße zu haben sind z.B. hier und hier. So habe ich mich vollständig ausgerüstet).
  • Kräuselfuß 9,90€ 
  • Schrägbandeinfasser 10,50€
  • Stufenlos verstellbarer RVS-Fuß für besonders enge Stellen (ähnelt denen an Industriemaschinen ein wenig, 7,90€
  • Rollenfuß 9,90€
Man könnte also trotzdem noch eine ganze Menge Geld lassen Wenn man alles nimmt nochmal um 65€! oO Ich persönlich werde wohl den kleinen Stickrahmen und den speziellen RVS-Fuß noch dort kaufen. Den Rest besitze ich. Was gänzlich dort fehlt ist ein Fuß für nahtfeine RVS. Solche speziellen Füße kriegt man aber eben als Set preiswert bei Ebay. Da sind auch Faltenleger und Schrägbandeinfasser und sogar Füße, die automatisch einen bestimmten Saum einschlagen zu haben. Ich plane dahingehend mal einen eigenen Beitrag :)

Aber jetzt mal aufgepasst: Die Maschine kommt mit Zubehör zum umfallen. Aber etwas fehlt. ÖL! Die Maschine kam zwar so ölig bei mir an, dass ich noch eine Salatsauce hätte bestücken können, aber Öl war nicht dabei, nicht mal dieses schmale Fläschchen was sonst immer dabei ist. Das finde ich ganz schön bitter. Sehe ich oft genug, dass meinen Maßschneiderschülerinnen-Kolleginnen das ölen der Maschine offensichtlich nicht wichtig genug ist, so sehe ich hier die Gefahr, dass die arme Haushaltsmaschine, die eh nur einmal im Jahr nen Tropfen spendiert bekommt in diesem Fall gänzlich leer ausgehen wird. Fuuu!

Also liebe Nähtanten: ölt eure armen Maschinen. Nach 8h Arbeit daran ölen und putzen. So als Faustregel! Dann näht sie schöner und lebt länger.



4. Die Stickeinheit

Sie hat ihr ganz eigenes Paket und ebenfalls keine OVP. Aber wieder viele Plastiktüten. Nagut, soll recht sein. Allerdings habe ich die Stickeinheit nach dem Ausprobieren nicht mehr in die Schachtel bekommen oO Egal was ich gemacht habe, es passte nicht.


OVP unboxing

Stickeinheit zusammengeklappt
Die Stickeinheit kommt mir fast schon ein bisschen qualitativer vor, als die Maschine. Sie ist leicht angebracht, verfügt über ein eigenes Display und sieht robust aus. Auch der Stickrahmen und Kabel machen einen guten Eindruck. Ich hatte ursprünglich erwartet, dass der Stopf- und Stickfuß der eigentlichen Maschine auch der zum Sticken wäre, aber weit gefehlt, das ist ein anderer Fuß. Verwechslungsgefahr ^^





4. Fazit:

  • - Trotz sehr umfangreichem Zubehör Mängel wie fehlendes Öl und sehr wenig Spulen+
  • - kein besonders wertiger Eindruck (und dann heißt es Wertarbeit ^^Naja, da gehört ja noch viel mehr zu als die Optik)
  • - zu viele Plastiktüten
  • - wenig Stauraum für die vielen Kleinteile
  • + umfangreiches Zubehör
  • + Art der Pappschachtel ist umweltfreundlicher
  • + absoluter Preishit
  • + Turboversand
  • + Maschine steht sicher
  • + Maschine kann oben zugeklappt werden
  • + Abdeckhaube etwas dickeres Plastik und somit gut zu verwende, auch blickdicht
  • + leichte, gut gekennzeichnete Einfädelwege
  • + Bedienungsanleitung auf Deutsch und gut strukturiert
  • + großer Funktionsumfang

Alles in allem ist das natürlich ein gemischtes Fazit, was aber auch nicht falsch verstanden werden sollte. Ich habe die Maschine ja gründlich durchprobiert und bin sehr zufrieden. Für ihren Preis ist sie unschlagbar und die aufgeführten Kritikpunkte sind eben daraus geboren, dass ich als angehende Maßschneiderin schon etwas genauer schauer und auch Ansprüche habe. Obendrauf bin ich ein Pfennigfuchser und suche immer nach der besten Leistung für mein Geld, dass ich mir hart verdiene :)

An diesem Punkt sei also mal erwähnt: Ich würde die Maschine durchaus weiterempfehlen :)


Wer mehr erfahren möchte, klickt sich jetzt weiter in meinen Beitrag: W6 N 6000 Kombinierte Näh- und Stickmaschine im ersten Test

Sonntag, 19. Mai 2013

Paneelrückwand in der Küche für nur 20€

 Hallo meine Lieben,


heute mal wieder ein Post von der Heimwerkerfront, weil's an der Nähfront grade einfach nichts zu berichten gibt (Schnittmuster für ein Kleid zusammenkleben ist aber auch einfach ääääätzend!)


Wir haben also die Baustelle Küche noch mal ins Auge gefasst. Dort habe ich eigentlich von Anfang an eine Paneelrückwand gewollt. Hier seht ihr nochmal, wie ich den grauen Ekel-Fliesenspiegel weiß gemacht habe. Das sah dann so aus. Und warum ich das Ganze nicht gleich vertäfelt habe? Na, weil mein Onkel mir gesagt hat, das geht so nicht.  Im Nachhinein vermute ich, dass er uns beim Umzug so viel geholfen hat und so viel handwerkliches erledigt hat, führte dazu, dass er einfach sagte "geht nicht" wenn er meinte "keinen Bock mehr drauf".

Aber ein Dreiviertel Jahr später haben Herr L. und ich soviel Selbstvertrauen geschöpft, dass wir selbstständig (und heimlich, falls was schiefgeht) an Heimwerkeraufgaben rangehen. Außerdem mussten wir die Küchenmöbel ohnehin umstellen, weil wir einen Side-by-Side Kühlschrank erwaren.
Mir wollte es nicht in den Kopf, wieso ich nicht einfach Laminat statt auf den Boden auf meinem Fliesenspiegel verlegen sollte. Da wäre dann noch das Problem der Befestigung, uninvasiv, offen, aber da ergab ein bisschen Recherche, dass Silikon einen prima Kleber abgibt, den wir hinterher aller Vorraussicht nach sogar gut wieder wegbekommen. Erfreulicherweise mussten wir davon aber eh nur einen winzigen Punkt setzen.

Zu unserer Küche passte dann das, was ich online bei Tedox fand echt gut. Zu dumm nur, dass es genau das nur online gab. Mit 20€ Speditionskosten. Kam also aufgrund der Budgetfrage überhaupt nicht mehr in Frage. Schade, aber nicht zu ändern.

Ich erfülle keinen Zweck, ich bin nur niedlich


Wir kauften dann letztlich ein anderes Laminat, was ich von der Optik her auch sehr liebe, mir aber ursprünglich nicht in unserer Küche vorstellen konnte. Und weil den Berechnungen nach das Laminat nur genau für unser Projekt reichen würde, eine Skizze, wie wir zuschneiden und verlegen würden. 

Da habe ich übrigens was total versemmelt und es kam alles ganz anders. Da ist irgendwo ein massiver Denkfehler und vermutlich auch noch ein Rechenfehler. Sei's drum, gereicht hat es.


 Also ab die Post, runter mit den Oberschränken und der Dunstabzugshaube. Ich dachte mir, die 0,6° schief die sie ist, könnten direkt mal in einem Rutsch korrigiert werden. Dem war dann leider nicht so, hat einfach nicht hingehauen, denn 8 neue Löcher wollten wir dann doch nicht machen.
Und dann waren wir einfach spontan und haben die erste Planke angelegt. Links kamen Reststücke rein, weil hier eine Platte eingeschoben werden sollte - später. Praktischerweise lagen die Steckdosen zwischen den Planken in Reihe 1 und 2. Dadurch wurden die Platten direkt mal fixiert. Allerdings war es nicht ganz einfach die Steckdosen 6mm nach vorne zu verlegen. Hatten die irgendwie keine Lust drauf.

Eigentlich hatte ich mir extra einen Laminatschneider von meiner Chefin geliehen. Vielleicht seht ihr, wieso wir dann doch zur Stichsäge gegriffen haben?

Und dann wuchs die Geschichte stetig vor sich hin...




Die dritte Reihe profitierte von den Stangen, die wir angeschraubt hatten, so hat jede Reihe ihre Haltepunkte bekommen, ohne dass wir extra bohren oder kleben mussten.


Hier kam die linke Wand und der Bereich unter der Dunstabzugshaube dann dazu.

Und das wars dann auch schon. Links lagen die Kanten außen und oben offen, hier kam einfach Kanteumleimer zum Einsatz, das Paket kostete uns 2,43€ für 5m, die wir halb schneiden konnten, weil es sich um 20mm Breite handelte.










Unterm Strich: Jede Menge Dreck, zwei (langsame) Heimwerker, 5h Arbeit, zzgl. wieder einräumen und saubermachen.

Und so sieht das dann aus, wenn unser Zeug wieder da ist 
Damit der neue Kühlschrank Wasser bekommt, mussten zwei Schränke aus der Formation Ausrücken